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Naturstein reinigen ist kein Hexenwerk, nur eins gilt: Je nach Steinsorte sind unterschiedliche Mittel angebracht! Natürlichkeit, ganz individuelle Muster, Farbvielfalt und fugenlose Verlegemöglichkeiten – seine besonderen Attribute machen Naturstein zu einer festen Größe im Badezimmer. Aber nicht immer ist Naturstein robust und unempfindlich. So vielfältig einsetzbar er ist, so sensibel kann er manchmal reagieren. Die richtige, zu Ihrem Naturstein passende Pflege ist daher unverzichtbar, wenn Sie sich über Jahre an ihm erfreuen möchten. Wir haben die beliebtesten Natursteine im Bad unter die Lupe genommen und ihre Ansprüche an Pflege und Reinigung für Sie zusammengefasst.

Naturstein schützen

Grundsätzlich gilt: Jeder unbehandelte Naturstein ist offenporig, was bedeutet, dass Flüssigkeiten und kleinere Schmutzpartikel durchaus vom Stein aufgenommen werden können. Je nach Herkunft und Alter des Steins oder Bearbeitungsart kann diese Aufnahmefähigkeit stärker oder schwächer ausgeprägt sein. Beim Polieren werden die Poren des Steins an der Oberfläche weiter geöffnet, was seine Empfindlichkeit erhöht.

Prävention durch Imprägnierung
Imprägnierungen ziehen durch die Steinoberfläche gänzlich in das Material ein. Die offenen Poren des Steins werden dabei häufig mit ölhaltigen Mitteln getränkt, was die Aufnahme anderer Substanzen unmöglich macht. Imprägnierungen halten jedoch nicht ein Leben lang: Besonders bei der Nutzung in Feuchträumen oder bei direkter Wasser- oder Reinigungsmitteleinwirkung werden sie nach und nach gelöst und aus dem Material gespült und sollten deshalb regelmäßig erneuert werden. Tipp: Imprägniert man den Stein direkt nach der Verlegung noch vor dem Verfugen, erleichtert dies das Abtragen überschüssigen Fugenmaterials ungemein.

Prävention durch Versiegelung
Im Vergleich zu Imprägnierungen legen sich Versiegelungen wie eine zweite Haut über die Steinoberfläche und schützen das Material so vor Außeneinwirkungen und Schmutz. Allerdings muss eine Versiegelung unbedingt fachgerecht aufgebracht werden – die kleinste Beschädigung in der Schutzoberfläche kann zum Eindringen von Feuchtigkeit, Schmutz und Reinigungsmitteln führen und den Naturstein dauerhaft schädigen.

 

Häufige Fehler bei der Reinigung von Naturstein im Bad

Finger weg von filmbildenden Reinigungsmitteln
Handseifen, Shampoos oder Spülmittel sind zur Reinigung von Naturstein gänzlich ungeeignet, da sie durch enthaltene Farbstoffe die Optik des Steins schwer in Mitleidenschaft ziehen können und nicht selten einen öligen Film hinterlassen, der den Stein zum einen speckig aussehen lässt, und zum anderen seine Rutschfestigkeit mindert.

Finger weg vom Hochdruckreiniger
Wasser, das mit hohem Druck auf die Poren einer Natursteinoberfläche wirkt, löst entgegen der landläufigen Meinung Schmutz nicht, sondern drückt ihn tiefer in den Stein hinein. Direkt nach der Reinigung mag er oberflächlich besser aussehen, nach und nach wandern Verunreinigungen aber wieder zurück an die Oberfläche.

Finger weg Allzweckreinigern
Die wahllose Einsatz chemischer Reiniger kann Naturstein erheblichen Schaden zufügen. Während saure Reiniger einigen Natursteinarten im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz gehen, sie förmlich auflösen, setzen auch basische Reiniger den Stein zu: Die Poren werden gänzlich verschlossen, was die Oberfläche stumpf oder speckig erscheinen lassen kann. So entstandene Schäden sind nicht oder nur mit großem Aufwand wieder auszubessern.

 

Beliebte Natursteinsorten im Bad und ihre Eigenarten

Granit reinigen & pflegen
Bei Granit handelt es sich um ein sogenanntes Hartgestein, das in der Regel nicht besonders säure empfindlich ist. Einige der besonders beliebten Arten jedoch, der Blue Pearl zum Beispiel, reagieren auf Säure mit Verfärbungen oder Abstumpfungen an der Oberfläche, weshalb Reinigungsmittel stets an einer unauffälligen Stelle auf ihre Effekte hin überprüft werden sollten, bevor sie vollflächig angewendet werden. In der Regel reicht es allerdings, Granit im Bad mit Wasser und einer Wurzelbürste zu reinigen.

Marmor reinigen & pflegen
Marmor ist um einiges weicher als Granit. Als Kalkstein ist er sehr empfindlich gegenüber Säure und aufgrund seiner Saugfähigkeit empfiehlt es sich, ihn gegen Flecken zu imprägnieren. Bei der Reinigung von Marmorbädern ist besondere Vorsicht geboten, denn jedes Mittelchen, das Verschmutzungen durch Kalk an den Kragen soll, ist höchst schädlich für Marmoroberflächen. Wenn also Glaswände oder Armaturen entkalkt werden, achten Sie unbedingt darauf, den Reiniger vom Naturstein fernzuhalten. Marmor selbst mag, wie Granit, Wasser und Wurzelbürste. Wer etwas dazu nehmen möchte, dem sei grüne Seife, auch Schmierseife genannt, ans Herz gelegt.

Sandstein reinigen & pflegen
Sandstein besteht, wie es der Name vermuten lässt, zu mindestens 50 Prozent aus Sandkörnen. Die Art der Körnung dieses Sedimentgesteins entscheidet darüber, wie man Sandstein optimal pflegt. Quarzitisch gebundener Sandstein hat sehr kleine Poren und nimmt deshalb nur wenig Wasser auf. Flecken bilden sich auf diesem Stein seltener, er ist der robusteste Sandstein und relativ unempfindlich gegen Säuren. Karbonatisch gebundener Sandstein ist chemisch deutlich anfälliger, weshalb hier besondere Vorsicht bei der Verwendung säurehaltiger Reiniger geboten ist – sie können den Stein zerstören. Verwenden Sie also für Sandstein generell keine säurehaltigen Reiniger. Auch hier reichen Wasser und eine Wurzelbürste, bei mehr Schmutz mit etwas Schmierseife angereichert, zur Reinigung völlig aus.

Schiefer reinigen & pflegen
Schiefer ist ein eher unkomplizierter Bodenbelag. Handelsübliche Reiniger können ihm nicht so viel anhaben wie seinen empfindlicheren Kollegen. Doch auch bei der Reinigung von Schiefer im Bad sollte auf saure Reinigungsmittel verzichtet werden, da dies bei einigen Sorten zu Verätzungen führen kann. Schiefer ist ein verhältnismässig weicher Stein, so dass Kratzer keine Seltenheit sind. Solch oberflächliche Abnutzungsspuren sind kein Grund zur Sorge und ebnen sich in der Regel nach einiger Zeit wieder. Stärkere Beschädigungen, tiefere Kratzer oder Absplitterungen, können mit sogenannten Farbvertiefern wieder ausgebessert werden.

Grundsätzlich gilt: Naturstein ist nicht gleich Naturstein!
Um bei der Pflege von Natursteinoberflächen im Bad ganz sicher sein zu können, alles richtig zu machen, holen Sie sich Hilfe beim Fachmann. Für jede Steinsorte gibt es spezielle, auf dessen Bedürfnisse abgestimmte Pflegemittel und Steinseifen, die dabei helfen, die einmalige Optik Ihrer Steinoberflächen möglichst lange zu erhalten. Als Faustregel gilt: Bei der täglichen Reinigung und Pflege von Naturstein im Bad ist weniger mehr. Verzichten Sie am liebsten ganz auf chemische Reiniger. Der Stein wird es Ihnen danken.

 

 

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Naturstein im Badezimmer

Category: Das Bad richtig reinigenDie richtige Pflege
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