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Fensterlose Bäder sind unbeliebt, lassen sich aber manchmal baulich einfach nicht vermeiden. Zu wenig Licht, zu hoher Luftfeuchtigkeit, Schimmelgefahr, üble Gerüche – die Nachteile wiegen schwer! In diesem Artikel zeige ich Ihnen, dass auch innenliegende Badezimmer sehr wohnlich sein können und verraten einige Tricks, mit denen die fensterlose Nasszelle zum echten Wohlfühlbad wird.

 1. Das richtige Klima
Baut man heute ein innenliegendes Badezimmer, ist in der Regel eine freie Lüftung, die für ständige Luftzirkulation sorgt, Teil des Raumes. Eine elektrische Lüftung, die sich bei Bedarf dazuschaltet, entschärft alles an unangenehmen Gerüchen und zu hoher Luftfeuchtigkeit, was der natürliche Luftaustausch nicht leisten kann.Wichtig: Damit die Lüftung ihren Job tun kann, muss sie Zugriff auf Frischluft haben. Badezimmertüren haben hierfür meist integrierte Lüftungsschlitze oder schließen nach unten mit circa einem Zentimeter Abstand zur Türschwelle nicht ganz bündig ab. Um dicke Luft im fensterlosen Badezimmer zu vermeiden, können Sie außerdem folgende Tricks anwenden:
Lüften Sie das Bad über andere Räume mit! Hierzu lassen Sie entweder die Badezimmertür nach Benutzung offenstehen und achten darauf, dass ein Luftaustausch mit anderen Räumen stattfinden kann – oder Sie nehmen bauliche Veränderungen vor. Bei einer Sanierung ist es möglich, Oberlichter mit Öffnungsmechanismus in Wände zu anderen Räumen einzuziehen, sodass frische Luft und Tageslicht aus Nachbarräumen ins Badezimmer gelangen kann.

Heizen Sie richtig! Vermeiden Sie kühle Wände und somit Kondenswasser, das zusätzlich Feuchtigkeit im Badezimmer halten würde. Das gelingt, indem Sie die Heizung in der kalten Jahreszeit konstant zumindest auf niedriger Höhe laufen lassen.

Handtücher gehören auf die Heizung! Wer vermeiden möchte, dass sich Feuchtigkeit länger als nötig im Bad staut, kann mit einem Handtuchwärmer nachhelfen. Zusätzlicher Vorteil des Heizkörpers: So trocknen Ihre Handtücher schnell, und unangenehm modrige Textilgerüche entstehen erst gar nicht.

2. Das rechte Licht
Beim Gedanken an fensterlose Badezimmer fürchten viele, sich in einem fensterlosen Loch duschen und pflegen zu müssen. Keine Morgensonne, keine vom Sonnenlicht vorgewärmten Bodenfliesen, kein gemütlicher Abend in der Badewanne mit Blick zum Mond. Doch gibt es Möglichkeiten, auch ein fensterloses Bad angenehm zu belichten.

Bauliche Veränderungen können zum Beispiel dabei helfen, Tageslicht ins Badezimmer zu lassen. Dort, wo statisch umsetzbar, lassen sich Fenster oder Lichtkuppeln nachrüsten, was natürlich mit einigen Kosten verbunden ist und unbedingt dem Fachmann überlassen werden sollte.

Auch die Integration sogenannter Lichtkamine ist eine Option: Dort, wo normale Fenster nicht eingebaut werden können, fangen sie das Tageslicht auf dem Dach ein und führen es über Lichtschächte an seinen Bestimmungsort. Zum anderen kann eine gute künstliche Beleuchtung, clever eingesetzt, Tageslicht im innenliegenden Bad nachahmen. Verschiedene Lichtfarben machen es möglich, das Badezimmer morgens in sattes Sonnengelb, mittags in fast farbloses Tageslicht und abends in das stimmungsvolle Orange eines Sonnenuntergangs zu tauchen. Das beruhigt nicht nur, sondern ist tatsächlich gesund und fördert die Entspannung im Sinne unseres Biorhythmus.

3. Die perfekte Täuschung
Derjenige, dem das noch nicht reicht, kann dort, wo keine Fenster sind, auch einfach welche imitieren:
Besonders Trockenbauwände eignen sich zur Ausbildung einer Nische. Warum nicht einfach in diese Nischen Fensterrahmen einsetzen, vielleicht sogar mit getönter oder milchiger Verglasung? Hinterleuchtet man diese Fensternische dann noch, erweckt sie den Anschein, ein echtes Fenster zu sein.
4. Der Ausblick ins Grüne
Frische Luft, Sonnenlicht, Fenster – wenn wir ohnehin schon dabei sind, uns kleinerer Mogeleien zu bedienen, imitieren wir die herrliche Aussicht aus dem Fenster doch gleich mit!Wald, Palmen oder das weite Meer? Fototapeten eignen sich hervorragend für das nicht ganz realistische Naturschauspiel. Das Tolle an ihnen: Wann immer Sie eine Aussicht satthaben, können Sie die Tapete wechseln und das Motiv anpassen.
5. Das heikle Spiel mit der Farbe
Last but not least sind Farben ein effektiver Weg, Raumwirkungen zu verändern. Und besonders fensterlose Badezimmer benötigen Nachhilfe in Sachen Gemütlichkeit:Verwenden Sie warme Farben, zum Beispiel helle Erd- oder Cremetöne. Sie reflektieren künstliches Licht ohne zu blenden und vermitteln so Wohnlichkeit und Ruhe.Auch dunkle Farbtöne können helfen, solange sie, wie gesagt, warm sind: Satte Brauntöne zum Beispiel wirken ruhig und gemütlich – ideal, um dem hektischen Alltag zu entkommen.Lassen Sie unbedingt die Finger von zu kalten Farben. Sie kühlen Räume optisch aus und transportieren so eher ungemütliches Schmuddelwetter als wohlige Wärme in Ihr Bad.

 

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Von Belüftung bis Lichtplanung – wie man aus innenliegenden Bädern das Beste herausholt

Category: Badplanung
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